Buchbesprechung von Armin Gradl, Kohlberg

Szczepan Twardoch, Morphin


Der Hauptcharakter des Romans ist ein 30-Jähriger Mann namens Konstanty Willemann, der aus einer Liaison zwischne einem 18-Jähirgen Offizier preußischen Adels und einer bürgerlichen, bereits über 40-Jährigen Polin hervogegangen ist. Er verlebt seine Tage im Warschau der Vorkriegszeit, hat eine Frau und ein Kind und verbraucht das Geld seiner Mutter indem er teure Anzüge trägt, rauschende Feste Feiert, sich dem Rausch des Opiums hingibt und zu seiner Prostituierten Salome geht. Er lebt vom Opium und den erotischen Freuden bis der Krieg ausbricht und er als Reserveoffizier kämpft. Nach der Kapitulation Polens beginnt er eigentlich unfreiwillig für den Widerstand zu arbeiten. Das Leben, das er sodann führen muß, gleicht nicht mehr dem des Dandys der Vorkriegszeit, obschon er Probleme hat, sich davon loszusagen.

Ich habe dieses Buch sehr gerne und mit großer Freude gelesen. Der Autor verwendet einen Stil, der dem Zeitalter angemessen vulgär und hart, zugleich aber auch sehnsüchtig nach unbehelligtem Leben und nach Zärtlichkeit daherkommt. Er gibt dem Leser Einblicke in das Leben eines Mannes, der erkannt hat, daß das Leben eigentlich nicht zu ertragen ist, ob nun Krieg ist oder nicht, und sich daher berauscht, betäubt, mit Tanznächten und Champagner sowie mit Opium, das er zusammen mit der Prostituierten Salome zu sich nimmt, die er liebt – ebenso wie seine Frau, mit der er allerdings keine Drogen nimmt. Die Zerrissenheit Konstanty Willemanns ist eine erschütternde Lektüre, schön und grausam zugleich.

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